Erste Eindrücke von Kambodscha

Für uns hat sich natürlich schon im Vorfeld die Frage gestellt: Was erwartet uns eigentlich in Kambodscha? Wie unterscheidet sich das Land von Vietnam?

Zwei Dinge waren bereits im Vorfeld klar:

  1. Während in Vietnam ein lateinisches Alphabet mit diversen Punktierungen und Akzenten genutzt wird, ist uns das in Kambodscha genutzte Khmer-Alphabet völlig fremd. Wir werden damit zu Analphabeten.
  2. Im Gegensatz zum Vietnamesischen ist Khmer kein tonale Sprache. Es müsste uns also leichter fallen, ein paar Worte zu lernen und vor allem so auszusprechen, dass wir verstanden werden.

Nach den ersten paar Tagen hat sich herausgestellt:

  • Punkt 1 fällt gar nicht so sehr ins Gewicht. Zum einen sind Schilder (zumindest in Phnom Penh) oft sowohl in Khmer, als auch in Englisch beschriftet. Zum anderen konnten wir in Vietnam zwar alles „lesen“, aber verstanden haben wir es ja trotzdem in der Regel nicht. Wir müssen also weiterhin in Töpfe und Geschäfte hineinschauen, um zu sehen, was uns erwartet.
  • Punkt 2 hat uns bisher eher indirekt weitergeholfen. Wir vermuten, dass die Tatsache, dass Khmer keine tonale Sprache ist, dazu führt, dass wir die Menschen hier viel besser verstehen, wenn sie Englisch sprechen.

Was haben wir sonst noch festgestellt:

  • In Kambodscha scheinen viel mehr Menschen Englisch zu sprechen als in Vietnam. Und das auch noch viel besser (s.o.). Eine große Erleichterung für uns. Ob sich das auf Phnom Penh beschränkt oder auch in ländlicheren Gegenden so bleibt, wird sich zeigen.
  • Hier gibt es viel mehr Tempel und Pagoden. Und sie sind viel hübscher als in Vietnam. Aber der Buddhismus ist hier ja auch Staatsreligion.
  • Felder scheinen großflächiger angelegt zu sein. Kühe sind eher magerer.
  • Die Menschen scheinen hier im Schnitt eine etwas dunklere Haut zu haben.
  • Es gibt hier Tuk-Tuks!
  • Man hält sich hier mehr an die Ampelphasen. Bei Rot wird wirklich angehalten… überwiegend. Insgesamt wirkt der Verkehr nicht ganz so chaotisch – mag aber auch daran liegen, dass wir mittlerweile mehr dran gewöhnt sind.
  • Die Häuser sind bunter und wirken in den etwas besseren Gegenden gepflegter. Es gibt hier deutlich weniger von diesen eigenartig schmalen Häusern.
  • Es gibt in Phnom Penh deutlich mehr internationales Essen. Und da mit meine ich nicht nur „We serve Western Food“, sondern es gibt Inder, Pizzerien, Boulangerien etc.
  • Es herrscht eine andere „Trinkkultur“. Mehr Softdrinks, weniger frische Säfte, Shakes und Smoothies.
  • Verkabelung und Elektrik ist hier deutlich professioneller.
    Ach nee, doch nicht.
  • Der Zug fährt hier noch langsamer als in Vietnam. Teilweise sind wir heute in Schrittgeschwindigkeit durch die Provinz geruckelt. Und dabei kracht und ächzt es unter unserem Ein-Wagon-Lok-Zug teilweise bedenklich.
  • Friseure haben wir in Vietnam nur mit Ladengeschäften gesehen. Hier haben wir uns an einem Marktstand die Haare schneiden lassen.
  • Wir haben hier mehr Prostitution gesehen – das kann aber Zufall sein.
  • Mag am Rotlichtviertel gelegen haben, aber wir haben mehr Freiheit beim Zeigen sexueller Orientierungen wahrgenommen. (Aber kein Vergleich zu Thailand.)

Wir halten euch über weitere Erkenntnisse auf dem Laufenden.

Übrigens: Wir sind neugierig, wer inzwischen alles unserem Blog folgt. Vielleicht kann ja jeder, der diesen Beitrag liest, mal ein kurzes Lebenszeichen in die Kommentare schreiben. (Nicht wundern, wenn der Kommentar nicht sofort auftaucht. Bei „Ersttätern“ müssen wir den Kommentar erst freigeben. Kommentare von Wiederholungstätern gehen dann direkt online.)
Wir freuen uns sowieso immer riesig, wenn wir Rückmeldungen – ganz gleich auf welchem Weg – zu unseren Beiträgen erhalten. Wir schreiben den Blog zwar auch für uns, quasi als eine Art Reisetagebuch. Aber wir schreiben natürlich auch immer ein bisschen für euch und freuen uns, wenn es euch gefällt. 😉

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Katja

    Oh ja, es ist toll, wie ihr uns hier zu Hause mit auf eure Reise nehmt und uns an euren Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lasst! Ein großes DANKE dafür und für die ganze Zeit, die ihr hier investiert!
    Gefühlt sitze ich immer hinten mit auf dem Roller oder auf dem Nebensitz im Bus oder mit auf der Dachterrasse oder im Straßenimbiß… und grübele schon, was ich im Februar mache, wenn es keinen täglichen kleinen Urlaub mehr gibt. Aber bis dahin sind es ja zum Glück noch zwei Monate. 🙂
    Kommt weiter gut und sicher voran, genießt die Zeit und lasst es euch gutgehen!
    Fröhliche Grüße aus dem Berliner Schneeregen (ihr macht es genau richtig mit Südasien)!

  2. Frank

    Da hattet Ihr ja nach Eurer Fahrt mit dem Zug nach Sihanoukville eine schöne Weiterfahrt mit der Fähre über das Meer. Jetzt könnt Ihr in die Weite sehen und den langen Strand genießen.

  3. Ulrike

    Ich bin voller Spannung dabei 😁

  4. Birgit

    Ihr Lieben,
    auch ich bin Wiederholungstäter und leidenschaftlicher Verfolger Eures Blogs. Oft muss ich viele Tage am Stück nachholen und kann so gefühlt noch intensiver hinter Euch her reisen. Vielen Dank, dass Ihr das möglich macht. Ich genieße es sehr! Und vor allem freue ich mich für Euch.

    Fühlt Euch von Herzen gedrückt und passt (gegenseitig) auf Euch auf 😉 Habt Spaß!

  5. Wolfgang

    Es ist einfach großartig, dass Ihr uns Gelegenheit gebt, Euch auf Eurer Reise zu begleiten. Eure Beobachtungen, Schilderungen, Kommentare und Interpretationen dessen, was Ihr erlebt habt, lassen uns Länder und Menschen sehr nahe kommen. Danke!

  6. Susanna

    Ich genieße mein Fernweh. Danke! Hier ist es kalt und düster.

  7. Jan

    Wie schön, von euch allen zu hören. Wir sind gerade etwas stiller, denn wir machen Pause am Strand und hier auf der Insel gibt es nur ab und zu (und sehr dünne) Internetverbindung. Außerdem bin ich gerade etwas ausgeknockt.

  8. Papa Micha

    Hallo ihr beiden, wurde Jan etwa von euren zwei Hausechsen ausgeknockt ? Ich hoffe nicht! Aber vermutlich ist es einfach zu ruhig nur mit Strand und Palmen ;-). Selbstverständlich folgen wir euch Dank eurer dezidierten, lockeren und heiteren Erzählungen auf Schritt und Tritt auf eurer spannenden Reise durch diese fernen Länder. Dabei schwingt auch viel Bewunderung für eure gute Vorbereitung, eure Neugierde gepaart mit Tatendrang und die authentische Offenheit über manche Unwägbarkeiten und Überraschungen. Auch ich habe mit Jan vom Zebrastreifen nach rechts geschaut …..
    Genießt eure Strandtage “ mit ohne “ Internet und vielleicht sogar mit richtig ausschlafen 🙂 Und dann könnt ihr langsam anfangen nach Palmenlametta und Palmenkugeln zu suchen, damit ihr am 24.12. ein schönes Weihnachtsbäumchen habt. Obwohl – wenn ich mich recht erinnere, ist dafür schon in der Region ab Oktober gesorgt. Bleibt gesund und munter und weiterhin viel Spaß!!!

  9. Sanni

    Ich fiebere auch nach wie vor mit und leide entsprechend unter der Eintönigkeit meines eigenen Daseins 😀
    Ich freu mich schon auf eure Rückkehr und hoffentlich ausführliche Foto-Shows <3

  10. Jörg

    Da ich immer Pausen mache und nicht jeden Tag eure Berichte lese, komme ich erst heute dazu zu schreiben: Ich lese (und sehe) sehr gerne, was ihr erlebt. Immer wieder mit großem Erstaunen, und ich weiß manchmal nicht, worüber ich mehr staune, über das, was ihr erzählt, oder über euch, was ihr erlebt und wie ihr es erlebt.
    Herzlich und weiter gespannt
    Jörg

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