Eine Freude beim Bereisen fremder Länder ist das Kennenlernen fremder Früchtchen. Eine solche Frucht ist zum Beispiel die Milchfrucht (auch als Sternapfel bekannt). Zwischen uns und dem Genuss der Milchfrucht steht allerdings eine kulturell-praktische Hürde, wenn man sich nicht besudeln will und nichts zur Hand hat, um das zu verhüten. Eine Hürde, an der ich zunächst kläglich gescheitert bin, was bei einem sehr freundlichen, älteren Vietnamesen für einen Lachanfall mit bedrohlich wirkendem Sauerstoffmangel gesorgt hat. Wir wurden dann aber in die korrekte Eroberung dieser Frucht eingeweiht und möchten diese nun mit euch teilen.
Schritt 1: Die Frucht bewundern Die Milchfrucht ist kugelrund, eine gute Handvoll und kommt in verschiedenen Hautfarben daher: Grün, Gelb oder Violett. Eine ansehnliche, geradezu sinnliche Frucht.
Schritt 2: Die Frucht massieren Das ist wichtig. Das bringt den Saft in Wallung und macht die Frucht bereit für den Verzehr.
Schritt 3: Die Frucht öffnen Es muss eine Öffnung in die Frucht gebahnt werden. Häufig lässt sich einfach der Stiel herausziehen, um ein Loch der passenden Größe zu produzieren.
Schritt 4: Die Frucht auslutschen Die Lippen fest um die Öffnung schließen und saugen. Schon spritzt einem der süßliche, milchige Saft in den Mund, bald gefolgt von Fruchtfleisch und größeren Kernen, die man mühelos ablutschen und ausspucken kann.
Schritt 5: Die Frucht aufreißen Wer nicht die Ausdauer hat, die Milchfrucht vollständig auszulutschen, kann die Frucht zum Abschluss auch noch öffnen und die verbliebenen Fleischreste auslöffeln.
Wichtiger Hinweis: Schale und Kerne sollte man nicht verzehren. Sie enthalten eine Art Latex, das einem in unerfreulicher Weise die Lippen verklebt.
Ich möchte mich in aller Form von diese Art zweideutigen Vergnügens distanzieren. Sinnlichkeit hin oder her, dass Ding hat allergene Tendenzen, die viel zu lange juckende Nachwirkungen haben. Das vermiest einem den ganzen ungeschützten Spaß!
Ihr habt ja noch Zeit, weitere indochinesische Früchte auszuprobieren. Da gibt es bestimmt viel Leckeres, vor Ort gereift unter fast Äquatorsonne.
5 – 4 – 3 – 2 – 1 – los! 😉