Um nach Himara zu kommen, mussten wir den Llogara-Pass überqueren. Es gibt zwar inzwischen auch einen Tunnel, aber die schöneren Blicke hat man von der langen, sich windenden Passstraße aus. Außerdem hatten wir eine kleine Wanderung am „Ceasar’s Path“ geplant.
Im Jahre 49 v. Chr. hatte Gaius Iulius Caesar den Rubikon in Richtung Rom überschritten. Damit waren „die Würfel gefallen“ und ein kriegerisches Kräftemessen mit dem römischen Senat und dessen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus eröffnet. Pompeius zog sich zunächst aus Rom zurück und versuchte in Griechenland ein größeres Kontingent an Truppen auszuheben. Nachdem Caeser zunächst einige von Pompeius‘ Truppen in Spanien ausgeschaltet hatte und nach Italien zurückgekehrt war, setzte er mit 7 Legionen über die Adria, um Pompeius nachzusetzen. Dabei wurde er vom Winde verweht und landete in Palasë, etwas nördlich von Himara. Auf dem Weg nach Norden (wo er Pompeius zunächst in Duërres stellte, aber gegen die zahlenmäßig überlegene Armee zunächst unterlag, um seinen Kontrahenten schließlich in Farsala, Griechenland, entscheidend zu schlagen) musste er mit seinen Soldaten das Ceraunische Gebirge überschreiten. Dazu mussten sie den über 1000 m hohen Llogara-Pass überwinden.
Dass unser Wanderpfad tatsächlich exakt der Route entspricht, die Caesar und seine Soldaten nutzten, ist wohlwollend formuliert „umstritten“. Dass man in der Nähe Reste einer römischen Straße unbestimmten Alters gefunden hat, ist eher kein stichhaltiger Beweis.
Wie dem auch sei: Mit 30 kg Rüstung plus Marschverpflegung und anderem Gepäck war das sicher kein Spaß. Uns läuft der Schweiß schon nach wenigen Metern Aufstieg in Bächen den Rücken hinunter. Dabei ist unsere Runde insgesamt keine 3 km lang. Aber der alte Wald hier oben ist toll. Ein bisschen verwunschen. Es riecht nach Piniennadeln und Moos.
Wir erreichen zunächst einen Aussichtspunkt mit Blick nach Norden, dann führt unser Weg auf etwa gleichbleibender Höhe den Hang entlang. Irgendwann beschließen wir, eine kleine Picknickpause einzulegen. Denn Picknick ist eine unserer Kernkompetenzen.
Plötzlich zeigt Bonnie ganz aufgeregt auf einen Baumstamm: Siehe da, eine Gottesanbeterin! Und sie ist gar nicht scheu. Nachdem wir sie eine Weile vorsichtig und leise beobachtet haben, kommt sie sogar auf die Hand. Wie schön! Wir beobachten das staksige Insekt bestimmt 20 Minuten lang, bis es genug hat und sich mit einem kurzen Flug davonmacht.
Bonnie entdeckt später auch noch eine Smaragdeidechse. (Ich wusste nicht, dass Eidechsen so groß werden können!) Aber von diesem hübschen Reptil haben wir leider keine Bilder. Zu schnell wieder weg.
Ein wirklich schöner kleiner Ausflug in historischen Fußstapfen.
Hach, habe gerade den Geruch von Kiefern und Moos in der Nase… Danke fürs Mitnehmen in diesen wunderschönen Wald – spannende Beobachtungen und tolle Fotos! 🙂
Übrigens, Gottesanbeterinnen haben wir inzwischen auch in den Berliner Parks, vielleicht war das also eine reisende Pilgerin?
Weiterhin alles Gute und so interessante Begegnungen auf eurer Reise!
Ich hörte davon. Das war aber die erste, die ich in freier Natur je gesehen habe.
Hab gelesen, dass große Arten auch Eidechsen und Mäuse erbeuten.
Die Gottesanbeterin ist cool! Und ganz schön groß, und braun. In Schwetzingen hab ich Mal eine kleine Grüne gesehen. Mir war gar nicht klar, dass es die in Deutschland auch gibt.
Braun hat mich auch überrascht. Vielleicht verwelkt. Oder das Herbstkleid.
Wunderwunderschön – da bekomme ich sofort Fern- und Naturweh! Liebsten Dank für eure beeindruckenden Bilder und Berichte! Und die Gottesanbeterin ist der Knaller – toll, dass ihr sie erspäht habt! Gestern hab ich meine erste bei uns im Kienbergpark live gesehen (dank entdeckungsfreudiger Kinderaugen) – Whohoo! Alles Liebe und weiterhin eine spannende Zeit wünschen wir euch 🤗
🍀